Afghanistan: Verteidigung ohne Krieg aber mit Gefallenen

„Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt“ unsterbliche Worte des Ex-Verteidigungsministers Peter Struck (SPD) denen auch der neue starke Mann an der Muselfront Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) nicht nachstehen will, jeder dieser erfolgsverwöhnten Weltpolitiker möchte sich schliesslich seinen Platz in der virtuellen Ruhmeshalle der elitären Labertaschen sichern.

„Wer uns angreift, wird auch bekämpft. Die Bundeswehr hat dafür die notwendigen Antworten.“

Auweia, wenn ich Taliban wäre würde ich mich sicher sofort ergeben, die Bundeswehr wird böse und verteidigt jetzt nicht nur die Sicherheit des Vaterlandes am Hindukusch sondern auch sich selbst, was sie natürlich nicht müsste würde sie die Sicherheit Deutschlands einfach einmal Ruhen lassen und vielleicht irgendetwas anderes finden womit die Soldaten ihre Tagesfreizeit totschlagen können.

Das Signal seines Auftritts: Deutschland lässt sich nicht einschüchtern, auch nicht durch den Tod dreier Bundeswehrsoldaten in Afghanistan am Tag zuvor.

Nebenbei, solche Meldungen lese ich aus Prinzip in österreichischen Medien, denn da schwingt bei Themen die Deutschland betreffen immer so ein gewisser Humor zwischen den Zeilen mit.

Die drei jungen Männer waren in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kundus aus dem Hinterhalt beschossen und nach einem missglückten Ausweichmanövers ihres „Fuchs“ -Panzers in einem Wassergraben ertrunken.

Die Frage, die man sich stellen muss lautet: Wurden die drei Soldaten Opfer der Taliban, eines Verkehrsunfalls oder doch vielleicht Opfer einer Politik die junge Menschen in den Tod schickt?

Später bekannten sich die radikal-islamischen Taliban zu dem Angriff.

Glück gehabt, es waren doch die Taliban.

Jung bezeichnet zwar die jüngst getöteten Männer aus Thüringen ausdrücklich als „Gefallene“ . Von einem „Krieg“ aber will er nicht sprechen: „Wir sind dort keine Besatzer, sondern wir sind da, um die Sicherheit auch der Bundesrepublik Deutschland zu festigen und zu wahren, indem wir dort dem Terrorismus entgegentreten.“

Der gute Herr Jung vergisst offenbar dass diese Gefallenen nicht wieder aufstehen, es handelt sich um den blutigen Tribut Deutschlands an einen verlogenen Krieg, den leider nur die Soldaten zahlen, selten die Leute die sie zum Sterben in ein fernes Land geschickt haben.

Das Wort „Krieg“ kommt Jung nur in der Verneinung über die Lippen. Erstens ist eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Die Ablehnung würde noch wachsen, wenn man offen von einem „Krieg“ spricht, heißt es in der Koalition.

Vielleicht sollte die Koalition einmal geschlossen für ein oder zwei Wochen Dienst an der Waffe verrichten, in Afghanistan, um sich ein wirkliches Bild von Krieg zu machen, oder der Krieg wird zu ihnen getragen.

Da wird die Wahl eng.

Zitate und ganzer Artikel: Der Standard

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2 Antworten zu “Afghanistan: Verteidigung ohne Krieg aber mit Gefallenen

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