Holger Schmidt, und wie er sein Geld verdient, oder, auf die Betonung kommt es an.

War es seinerzeit der ungekrönte König der via Badminton-„Ball“ übertragenen Vogelgrippe André Anwar der oft ein Lächeln in mein Gesicht oder noch öfter die flache Hand auf meine Stirn zauberte, so ist es in letzter Zeit immer wieder die illustre Runde von Werner-Höfer-Lookalikes der öffentlich, unrechtlichen Besserungsanstalten die mir den Tag versüßen.

Zugegeben, Holger Schmidt, mit „dt“ wie Damentoilette, sticht nicht wirklich durch ein Ausreißen seiner gefühlten journalistischen Fähigkeiten in positiver oder negativer Tendenz heraus, mal so im Gesamtkontext des Niveaus bei ARD, ZDF und den anderen Geldverbrennern, viel mehr ist es das Thema welches ihn interessant macht.

Vom Umgang mit der Terrorgefahr

Es wird also sachlich.

Ja, die Terrorgefahr für Deutschland ist in den vergangenen Monaten gestiegen. So abstrakt und unbefriedigend der Topos „Bedrohungslage“ ist, so wenig kommt man darum herum, dass es in den vergangenen Monaten einige Entwicklungen in der Islamistenszene gegeben hat, die auf eine Verschärfung der Lage deuten: Mehrere Drohvideos in deutscher Sprache an ein deutsches Zielpublikum sind im Internet aufgetaucht – das war eine neue Qualität.

Ja, die werden dann wohl grössten Teils den Leyen-Stoppschildern zum Opfer gefallen sein, denn ich kann mich so etwas vage nur an eines dieser „mehreren“, wobei „mehrere“ auch zwei sein können, Drohvideos erinnern welches es quasi a la Minute zu irgendeinem SSchäublethema in die Nachrichten schaffte.

In den letzten Stunden ist aber noch etwas anderes passiert: Mit der „Süddeutschen Zeitung“ und dem ZDF haben zwei seriöse Medien eigene Meldungen zur Terrorgefahr lanciert, die jeweils dramatisch anmuten. In der „SZ“ klingt es so, als sei heute ein akutes Krisentreffen in Berlin angesetzt und der Anschlag nur eine Frage von Stunden.

Verstehe, kriegstreibene Neocon Thinktanks verlinkt man bei der ARD gerne, aber den hochgradig brandbombenaktuellen Artikel der vielleicht das deutsche Volk rechtzeitig vor der Auslöschung warnen könnte muss man sich dann doch selber suchen. Den ZDF Beitrag will man gar nicht erst finden, denn da weiß ein jeder was ihn erwartet.

Schaut man sich allerdings die „lancierten“ Meldungen bei der süddeutschen Zeitung einmal an, so stellt man schnell fest, dass die Damen und Herren Journalisten dort einen etwas anderen Ton anschlagen und eher Meinungen verschiedener Politiker und/oder (selbsternannter) Experten widergeben.

Nun verstehe ich auch die fehlende Verlinkung zur „SZ“, das wäre wohl zu offensichtlich gewesen.

Das ZDF vermutet sogar eine Al-Kaida-Kommandoeinheit auf dem Weg nach Europa, zu der auch Deutsche gehören sollen. Anschläge seien das Ziel.

Da bleibt kein Auge trocken, wahrscheinlich scheissen die uns dann mit Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen zu. In Sachen ZDF ist es doch beinahe schade, dass ich kein Interesse daran habe dieses investigative Wunderwerk in seiner ganzen Tragweite zu verschlingen.

Und die deutschen Sicherheitsbehörden haben verstärkte Reisetätigkeiten von deutschen Islamisten beobachtet, besonders im Rhein-Main-Gebiet und im Raum Hamburg. Offenkundig waren diese Reisen abgesprochen und koordiniert – auch das war für die Behörden neu.

Vielleicht liegt es am Beginn der Sommerferien?

Möglich dass die ganzen Türken, Italiener und Osteuropäer gar nicht Urlaub in ihren Heimatländern machen wollen, nein, die fahren alle, „abgesprochen und koordiniert“, zum Osama und machen Ferien im Terrorcamp.

Im letzten Absatz seines Kommentars relativiert Holger Schmidt gekonnt die „Gefahr“, Ehrensache wenn man beim Staatsfernsehen arbeiten will bzw muss, nachdem die Medienhetze gegen den Iran wohl zu offensichtlich war musste nun einmal ein besonnener Profi sein Geschick beweisen.

Gut wenn man weiß, dass den letzten Absatz sowieso nur wenige lesen und die gute alte „Ich halte es ja für Unsinn, aber..“-Nummer noch weniger Menschen erkennen.

In halbstiller Hochachtung an Holger Schmidt, mit „dt“, wie Damentoilette.

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