Grab(en) im Namen oder : ARD= Arisch, rassisch, deutsch?

Der Christoph Grabenheinrich, der arbeitet in der Reichshauptstadt und wenn man dem alten Adenauer glauben darf, in einer gottlosen noch dazu, natürlich ohne Reich im Zitat, aber der konnte eben auch nicht wissen, daß Berlin in der Zukunft wieder einmal bräunlichen Auswurf bei Journalisten verursachen würde.

Diese im Stechschritt marschierende Schweinegrippe manifestiert sich offenbar in den Kommentaren einer neuen Rasse von gesund-patriotischen Schreibern, die aus dem Taumel der beinahe gewonnenen Fußballweltmeisterschaft genauso wenig heraus wollen wie aus dem möbilierten Zimmer mit Frühstück dessen Komfort sie, mühevoll und knapp, über ihren dreißigsten Geburtstag hinaus zu retten vermochten.

Vater und Mutter waren sehr stolz auf ihren Knaben, ein Journalist, bei einem Regierungssender, das wäre genau das Material um amerikanischer Präsident oder gar Sohn Gottes zu werden, wenn man denn schwarz wäre.

Zugegeben: das erste Bauchgefühl fällt nicht gerade euphorisch aus, ein schaler Beigeschmack macht sich breit. Ehre, Tapferkeit und Mut sind Begriffe, die von den Nazis aufs Schändlichste missbraucht und für lange Zeit auch entwertet worden sind.

Wundervoll, beinahe genial wie der Herr Grabenheinrich, rhetorische und gestalterische Mittel einzusetzen vermag, zackig wie ein „Hacken zusammen“ und gleichzeitig doch so jogurett´esque légère.

Die Bedenken der Kritiker, das neue Ehrenkreuz der Bundeswehr laufe Gefahr, zumindest indirekt in der Kontinuität der Wehrmachts-Tapferkeit verstanden zu werden, sind somit zunächst nicht von der Hand zu weisen.

Die Spannung steigt, nun wiegt der alte Haudegen den Leser aus der geistigen Mittelschicht mit Restgewissen in Sicherheit, er gaukelt ihm gekonnt vor seine Einwände zu verstehen und ernstzunehmen.

Ein Fuchs der Wüste!

In meinen Augen stimmen sie aber nur auf den ersten Blick.

Sensationell, man darf nun gespannt sein, Christoph Grabenheinrich wird, und da bin ich sicher, ganz neue intellektuelle Wege einschlagen, denen nur sehr wenige, vielleicht nicht einmal ich, folgen können oder wollen.

Er wird die Mauer in unseren Köpfen niederreißen und dann, quasi mental, noch ein wenig in unserer Seele brandschatzen.

Das neue Ehrenkreuz steht gerade nicht in der unseligen Tradition des Eisernen Kreuzes, das seit Ende des Zweiten Weltkriegs aus gutem Grund nie wieder verliehen wurde.

Verstanden, aber wofür steht es dann?

Selbst der Zentralrat der Juden in Deutschland, der sich gegen den neuen Orden ausgesprochen hat, stellt der Truppe ein gutes Zeugnis aus. Die Bundeswehr sei eine demokratische Parlamentsarmee, die in keiner traditionellen Verbindung zur Wehrmacht stehe, grundsätzlich gebe es keine Einwände gegen eine spezielle Auszeichnung für besondere Tapferkeit bei Soldaten.

Nun diese Personengruppe stellt auch der israelischen Armee ein gutes Zeugnis aus, wobei diesen Absatz hat der Christoph ganz besonders liebevoll gestaltet, der arme Zentralrat der Juden, gutes Zeugnis, aber gegen den Orden, aber nicht im Grundsatz, egal wie man zu diesem Rat steht, man schmunzelt zufrieden.

Ein stichhaltiges Argument, finde ich.

Natürlich, aber gut daß der Leser noch einmal darauf hingewiesen wurde, wie gesagt, der Grabenheinrich schreibt auf einem Niveau welches die meisten Durchschnittsvaterländler gar nicht mehr erfassen können und welches sich so hoch oben befindet, daß der Sauerstoffmangel so manchen Besteiger eines journalistischen Achttausenders mit Atemnot und Halluzinationen schon am ersten Basislager scheitern ließ.

Für den Bundeswehrverband ist der Orden ein Zeichen der Wertschätzung, ein Dankeschön des Staates für besondere Leistungen. Kein tumber militärischer Heldenkult soll geschaffen, sondern beispielhafte soldatische Pflichterfüllung geehrt werden. Eine Pflichterfüllung im Auftrag des Parlaments, dem verlängerten Arm der Bevölkerung.

Großartig, schon möchte ich zum ARD-Hauptstadtstudio aufbrechen um dem Kind dort im Stall meine Aufwartung mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu machen oder zumindest einem dieser Soldaten, vielleicht aber auch Mörder falls man das schreiben darf, meinem verlängerten, natürlich nicht zum Gruß gehobenen, Arm einen dieser Orden, persönlich, zu überreichen und ihm eventuell und je nach Orientierung meinen erstgeborenen Sohn, oder Tochter, mit vollendung des Achtzehnten Lebensjahres zur Partnerin, zum Partner oder beidem zu verehren.

Solange Auslandseinsätze wie in Afghanistan politisch gewollt sind, ist es nur konsequent und folgerichtig, diejenigen zu ehren, die sich dabei besonders hervortun. Da die Truppe im vergangenen halben Jahrhundert allen Militarismus-Vorwürfen glaubhaft entwachsen ist, sie längst eine Armee der Bürger in Uniform ist, ist das Ehrenkreuz überfällig.

Aufpassen, so leicht lässt uns der Autor nicht aus seine jounalistischen Klauen, noch ist die wilde Achterbahnfahrt der staatlich subventionierten Lobbyliteratur nicht beendet.

Vielleicht kann es langfristig auch zu einem entkrampfteren Verhältnis der Bevölkerung zu ihrer Armee und deren Einsätzen beitragen, wünschenswert wäre es.

Nun ein Krampf im Arm, unfassbar, Grabenheinrich strauchelt scheinbar, war eben die Armee ein Teil des Körpers eines jeden Bürgers, nun ist man im Konflikt mit seine Extremitäten.

Wenn es um Körperteile geht macht die Armee meinen Arm um satte sechsundsechzigzweidrittel Prozent länger, ein Traum für den einen oder anderen Journalisten, gäbe eine „Penisee“ wären es nur vierzig Prozent, ein Angestellter der Propagandapresse dankt jedoch auch diese.

Zitate und ganzer Artikel: tagesschau.de

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Eine Antwort zu “Grab(en) im Namen oder : ARD= Arisch, rassisch, deutsch?

  1. Das Parlament als verlängerten Arm der Bevölkerung zu sehen,
    wäre natürlich zu schön um wahr zu sein.

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